Betreff: Sonder-Newsletter zum Referentenentwurf Direktstudium Psychotherapie

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DGPPN

Sonder-Newsletter

11. Januar 2019
 
 
Liebe Mitglieder,

der Bundesgesundheitsminister hat im Rahmen der Novellierung des Psychotherapeuten-Gesetzes einen Referentenentwurf vorgelegt, der die Einführung eines neuen, eigenständigen Hochschulstudiengangs Psychotherapie vorsieht. Demnach soll es zukünftig möglich sein, über ein Masterstudium mit abschließender staatlicher psychotherapeutischer Prüfung die Approbation und Bezeichnung "Psychotherapeut" zu erlangen. In Modellstudiengängen soll außerdem die Berechtigung zur Verschreibung von Psychopharmaka erprobt werden
– und zwar lediglich auf Grundlage einer begrenzten Pharmakologieschulung zu Lasten psychotherapiebezogener Inhalte innerhalb einer fünf Jahre umfassenden Studienzeit ohne praktisches Jahr und ohne ein Staatsexamen wie bei Medizinern mit zentralisierter Wissensprüfung.

Die DGPPN lehnt diesen Referentenentwurf entschieden ab und fordert alle verantwortlichen Entscheidungsträger auf, diesen Referentenentwurf insbesondere angesichts der drohenden schwerwiegenden Gefährdung der Patientensicherheit nachdrücklich zurückzuweisen.

Maßgeblich dafür ist, dass der vorliegende Entwurf die Diagnostik, Behandlung und Erforschung psychischer Erkrankungen in wesentlichen Teilen von der Medizin zu trennen versucht. Ihm liegt die irrige Annahme zugrunde, dass Psychotherapie isoliert, ohne eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung in Psychologie oder Medizin als Technik erlernt und ausgeübt werden kann. Offenbar soll aus finanziellen Aspekten ein "Schmalspurbehandler" auf Kosten der Behandlungssicherheit psychisch erkrankter Menschen etabliert werden. Damit werden die Erfolge aller Bemühungen um ganzheitliche Versorgung und leitliniengerechte Verordnung von Medikamenten gefährdet. Ein solches Vorhaben konterkariert 40 Jahre Psychiatriereform in Deutschland.

Wir bitten Sie deshalb, selbst aktiv zu werden und den Protest gegen diesen Referentenentwurf über Ihre Wahlkreise und Fachverbände zu unterstützen. Die hier hinterlegte Handreichung können Sie über Ihre Verteiler verbreiten oder sich direkt an die folgenden Adressaten wenden:
  • Bundesgesundheitsministerium: poststelle@bmg.bund.de
  • Patientenbeauftragte der Bundesregierung: patientenbeauftragte@bmg.bund.de
  • Bundestagsabgeordnete: https://www.bundestag.de/abgeordnete/wahlkreise/ 
  • Bundesärztekammer: info@baek.de
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung: info@kbv.de

Der Vorstand der DGPPN e. V. dankt Ihnen für Ihre Unterstützung!
 



 

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